
Generalprobe

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aus
demProgrammheft |
Dass große Kunst
nur aus tiefsten Leiden geboren werden
kann, muß der
vielbeschäftigte Regisseur Lloyd
Dallas am eigenen Leib erfahren, als er
mit einer Gruppe dilettantischer
Schauspieler das Boulevardstück
»Was wird hier gespielt?«
einzustudieren versucht. Die
Generalprobe wird zum Fiasko, und so
entwickelt sich der alltägliche
Wahnsinn im Kampf mit unfähigen,
rivalisierenden Darstellern,
begriffsstutzigen
Bühnenkräften, den
Tücken der Technik und einer nicht
enden wollenden Menge an Sardinen.
Doch dies ist erst der Anfang, denn die
Truppe geht mit ihrem Werk auf
Tournee... |
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Über den Autor |
aus dem Lexikon
Theater international, Henschel Verlag
Berlin |
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Michael Frayn, geboren am 8.11.1933 in
Mill Hill, einem Londoner Vorort,
studierte Romanistik und Russich am
Kingston Grammar und am Emmanuel
College in Cambridge, später
Philosophie.
Vom 1957 bis 1962 war er als
Reporter tätig und seit 1959 auch
als satirischer Kolumnist für den
»Manchester Guardian«.
Vom 1962 bis 1968 arbeitete er
zunächst als Kolumnist später
als Auslandsreporter für die
Londoner Wochenzeitschrift
»Observer«.
In den 70er Jahre begann er damit,
für Theater und Fernsehen
Stücke zu schreiben und
übersetzte Tschechow und Anouilh.
Zu seinen Drehbüchern für die
BBC gehörte unter anderem »Jamie
on a flying Visit« und »Birthday«.Beide
schrieb er 1969.
Im Jahr 1976 knüpfte er mit der
Fernseh-Serie »Making Faces« an seine
Drehbuch-Karriere an.
Seinen Internationalen Durchbruch
erlebte Frayn 1982 mit der Farce »Der
nackte Wahnsinn« bzw. »Noises Off«.
Die raffiniert konstruierte,
turbulente Komödie, deren
Gegenstand die Farce selbst ist, wurde
auch auf deutschen Bühnen vielfach
nachgespielt, meist unter dem Titel
»Was wird hier gespielt?«.
1986 kam »Clockwise« in die
britischen Kinos, der erste Kinofilm,
zu dem Frayn das Drehbuch geschrieben
hat.
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Pressestimme |
AZ-juli 2000, von
Ingrid Peinhardt-Franke |
Die Kulissen geraten bedenklich ins
Wanken, die Darsteller flitzen in
Windeseile kreuz und quer über die
Bühne, und einige Zuschauer kippen
vor Lachen fast in ihren
Stühlen.
Mit dem zweiten Akt ist der turbulente
Höhepunkt des Theater Tohuwabohus
erreicht: Das ist wirklich »Der nackte
Wahnsinn«!
Mit einer einfalls- und temporeichen
Inszenierung der gleichnamigen
englischen Komödie von Michael
Frayn konnte der »Poetische Anfall«,
die Theatergruppe an der RWTH, eine
erfolgreiche Premiere feiern.
Dabei hatte es ganz gemächtlich
begonnen. Mrs. Clackett (Diane Renz)
wollte es sich gerade mit einem Teller
Sardinen gemütlich machen, als sie
ein Herr aus dem Zuschauerraum
lautstark mit Anweisungen unterbricht
und es dem Zuschauer dämmert:
Er ist der Regisseur und alles (nur)
Theater im Theater.
Genauer gesagt die chaotische
Generalprobe einer drittklassigen
Boulevard-Klamotte, welche den Auftakt
bildet für einen rasanten Reigen
um die privaten Irrungen und
beruflichen Wirrungen in einer
dilettantischen Tournee-Truppe.
Mit einfachen Mitteln, vier
hintereinander versetzten Wänden
und einer Tür, werden auch unter
Einbeziehung des Zuschauerraums viele
Auf- und Abtrittsmöglichkeiten
geschaffen.
Und die sind auch nötig, denn
Tür auf, Tür zu, Treppe rauf,
Treppe runter, Sardinen rein, Sardinen
raus - hier ist »Action« angesagt.
Nach der Pause verkehrte Theaterwelt:
Die Zuschauer erhalten nun Einblick in
die verrückten Vorgänge
hinter den Kulissen.
Pantomimisch-artistische
Slapstickeinlagen mit
heruntergelassenen Hosen und
zusammengebundenen Schnürsenkeln
führen zur potenziellen Konfusion,
während die Aufführung - als
Spiel der Stimmen und Schattenriss an
der Bühnenrückwand
wahrnehmbar - mehr schlecht als recht
weiterläuft.
Solch ein kalkuliertes Chaos
erfordert vor allem eines:
Organisation.
Dem Regisseur Bernhard Birkel gelingt
es, das Durcheinander mit einem
Höchstmaß an Präzision
und Timing zu arrangieren und jeder
Figur ihre charakteristischen Facetten
zu verleihen.
Nicht nur aufgrund seiner
Körpergrlänge, sondern auch
schauspielerisch herausragend, gibt
Lars Otte den Regie-»Gott«.
Auch die übrigen Akteure
gestalten ihre (Doppel)Rollen mit
unbändiger Spielfreude und einer
bemerkenswerten Textsicherheit.
Einziges Manko: Die Kulissenwechsel
mussten per Handarbeit bewältigt
werden, die den Schwung der
Boulevard-Farce etwas bremsten und zu
einer mit drei Stunden doch
überlangen Inszenierung
führten.
Aber dies sollte die Begeisterung der
Zuschauer im vollbesetzten Theatersaal
der Mensa Academica nicht
schmälern. Sie feierten die
Mitwirkenden mit Beifallsstürmen,
denen die Kulissen mit Mühe
standhielten...
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Pressestimme |
AN-juli 2000, von
Jenny Schmetz |
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Voll den Geschmack des Publikums traf
die Theatergruppe der RWTH Aachen mit
ihrem Stück »Der nackte Wahnsinn«
von Michael Frayn.
»Wir konzentrieren und auf die
Türen und die Sardinen. Das ist
Leben. Das ist Theater!« meint Lloyd
Dallas, der Regisseur im
Boulevard-Stück »Der nackte
Wahnsinn«. In der Tat ist es eine
Ironie und Heldenmut, ein solches
Stück zu schreiben und eine
Inszenierung zu wagen, in der
Schauspieler eine Theatergruppe
spielen, die eine Farce aufführen
soll.
Genau diese Farce und die
maßlosen Übertreibungen der
Unfähigkeit sind es, die den Reiz
des Stückes ausmachen. An
Skurrilität kaum zu
überbieten, reizt das Stück
die Lachmuskeln bis aufs
äußerste. Hier wird nicht
nur britisches Theaterleben aufs Korn
genommen- hier inszeniert sich
britischer Humor als
unüberbietbarer Weltmeister des
scheinbar Unmöglichen.
Ein britischer Schriftsteller, der aus
Gründen der Steuerflucht in
Spanien wohnt, kehr heimlich mit seiner
Frau nach England zurück.
Die Haushälterin, die mit einem
Teller Sardinen-Häppchen eine
Beerdigung im Fernsehen gucken
möchte, ist überrascht.
Gleichzeitig kommt heimlich ein
Maklerliebespärchen, dass das Haus
verkaufen soll, zwecks
Schäferstündchen.
Das turbulente Spiel rund um die
Sardinen nimmt seinen Lauf, und ein
Einbrecher setzt markante
Höhepunkte.
Genial wird auch das Liebesleben der
Schauspieler-Truppe karikiert.
Ein zerstrittenes Paar zankt sich
bühnenreif, und der Regisseur
sieht sich gezwungen, seinen
konkurrierenden Gespielinnen Blumen zu
schenken. Ihm selbst werden Stacheln
eines Kaktus zum Verhängnis -
einzeln müssen sie aus seinem
Hintern entfernt werden.
Überzeugend gespielt wird die
Super-Satire von der RWTH-Theatergruppe
»Poetischer Anfall« die seit rund neun
Jahren existiert.
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Besetzung |
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| Dotty Otley / Mrs. Clackett: | Diane Renz |
| Garry Lejeune / Roger Tramplemain: | Juval Porat |
| Brooke Ashton / Vicky: | Anja Bender |
| Frederick Fellows / Philip Brent / Scheich: | Jochen Weber |
| Belinda Blair / Flavia Brent: | Miriam Schack |
| Selsdon Mowbray / Einbrecher: | Peter Bollweg |
| Lloyd Dallas: | Lars Otte |
| Poppy Norton-Taylor: | Diana Marquardt |
| Tim Allgood: | Cédric Schmidt-Veiler |
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| Regisseur: | Bernhard Birkel |
| Regie-assistent: | Alcides de Almeida |
| Inspizient: | Falko Lindemann |
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| Maske: | Yvonne Oheim |
| Licht: | Heiko Hobirk |
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Proben
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