Archive for the 'Party' Category

Winterdepression

Sunday, October 26th, 2008

Naja, vom wirklichen Winter kann in Jerusalem noch nicht die Rede sein. Von Depression schon. Nach 6 Jahren problemloser Zusammenarbeit entschloss sich mein Laptop in einem tiefen Winterschlaf zu versinken. Und seit einigen Tagen will er nicht mehr aufwachen. So langsam vermisse ich meine Dateien auf der Festplatte. Ich hoffe, mein Laptop wacht wieder auf. Und sonst.. die Uni hat wieder begonnen, endlich mal eine Woche ohne Feiertagsunterbrechung und es waere alles schoen und gut, wenn ich mir nicht wie der totale Laie vorkommen wuerde, wenn ich mit den restlichen KantorstudentInnen Blattsinguebungen mache. Bin im Jammermodus und hoffe, dass es sich bald aendert. Meine Wohnung ist auch nicht der Hit, bzw. die Mitbewohner. Damit meine ich hauptsaechlich 2 Katzen die mal auf meinem Bett, mal vor meinem Zimmer und mal in der Kueche vor sich hin pinkeln. Macht keinen Spass. Die Nachbarn vom Erdgeschoss haben seit Jahren einen Streit und beschmutzen um die Wette den Haupteingang. Macht auch keinen Spass.
Ich habe Privatstunden bei wirklich guten Lehrern. Repertoire und Chorleitung. Das macht viel Spass und fordert. Yippie.

Mitte dieser Woche feiern die Rabbinerstudenten eine Halloweenparty (like, whatever)… Soll ich hin? oder vielleicht doch zum Konzert von Korin Allall?

Ich vermisse Berlin. Und Los Angeles. Haette ich nicht gedacht.

Unionstagung

Friday, July 18th, 2008

jetzt ist es schon eine woche her, seitdem die letzte unionstagung der progressiven juden in deutschland stattgefunden hat. ich bin noch gar nicht dazu gekommen mir fotos anzugucken, geschweige denn fotos hochzuladen… aber einen kleinen eindruck möchte ich hier doch loswerden. wir geiger-studenten waren ja für den gottesdienst zuständig. unter den deckbegriff “ort” wurde der gottesdienst in abschnitte aufgeteilt und einem oder mehreren studenten zur ausführung gegeben. die jeweiligen leitungen der abschnitte waren positiv unterschiedlich und sehr kreativ. ich glaube auch, daß es der gemeinde gefallen hat und freue mich sehr drüber. es hat spaß gemacht an der gestaltung des gottesdienstes mit zu wirken und neue und alte gesichter auf der tagung anzutreffen. ich freue mich aufs nächste jahr. anbei meine einleitung, die kritischerweise auch als drascha interpretiert wurde zum schma-gebet:

Im folgenden Gebetsabschnitt begegnen wir “Ort” in vielschichtigen Varianten.

Wir finde hier die Welt als Ort: unsere externe, materielle Welt, in der Licht und Dunkelheit sich in scheinbar vorprogrammiertem, regelmäßigen Abstand abwechseln und die interne, abstrakte, spirituelle Welt – eine Welt voller Emotionen, Herausforderungen und dem Wunsch nach einem
einheitlichen, einzigen Herzen, der nicht geteilt und zerstritten, sondern heil und mit voller Kraft einer Aufgabe gewidmet ist.

Das Land Israel taucht auf als Ort, der dem Volk Israel geschenkt wurde und auf dem sich Lohn und Strafe auswirken.

Beim Gedenken der Hilfe, die Gott für frühere Generationen war erinnern wir uns an A?gypten, das Schilfmeer, die Wüste – Orte in denen das Volk Israel in der Vergangenheit erlo?st wurde und wofür wir uns im hier und jetzt bedanken. An das Gedenken an einer vergangenen Erlösung an unterschiedlichen Orten schließt sich die Amida an, mit den Wunsch nach einer jetzigen Erlösung.

Und dann gibt es noch die Variante, die sich über jeglichen Raum und Zeitversta?ndnis stellt.
Unser Glaubensbekenntnis “Schma Israel” und der darauf folgende Abschnitt stellen sich jedoch über jegliches Zeit- und Raumverständniss.

Ja, bei Beschreibung des Gebots zum Lesen des Schma-Gebets erhalten wir relativ ausfu?hrliche Instruktionen über Ort und Zeit: Während des Schlafens und während des Aufstehens, Zu Hause und beim Beschreiten des Weges.

Doch was ist das für ein Weg den wir beschreiten? Ist es etwa der Weg zum Glauben? Ist es die Wirklichkeit auf dem Weg, sei es die historische, natürliche oder gedankliche- die den Menschen zur Schlußfolgerung verleiten soll, zu glauben?

Unser Glaubensbekenntnis signalisiert dazu ein klares „nein“!

Die Entscheidung zu glauben ist weder Ort, noch Zeitgebunden.

Sie basiert nicht auf einer individuellen Analyse von Informationen und Gegebenheiten, sondern ist viel mehr ein bewußter Eingriff im eigenen Wertesystem und die Aufnahme einer Pflicht.

Es gibt somit keinen konkreten „Weg“ zum Glauben. Gäbe es tatsa?chlich einen Weg zum
Glauben – ein Weg basierend auf Erfahrungen im Raum und Zeit – so wu?rde das Glaubensbekenntnis seine Wertigkeit verlieren und wäre dann hypothetisch- nicht kategorisch.

Somit ist das Glauben vielleicht die höchste Ausdrucksform einer freien Entscheidung, denn der Mensch kann glauben und er kann es sein lassen und keine Methodik kann seine Entscheidung lenken.

Nicht desto trotz habe ich bei Beschreibung dieser Variante nur den ersten Abschnitt vom Schma einbezogen. Der aufmerksame Beter wird gemerkt haben, daß sich beim zweiten Abschnitt des Schmagebets sehr wohl ein hypothetisches Glaubenbekenntnis als Option angeboten wird. Warum sollte man Gottes Gebote verfolgen? Damit das Land weiterhin fruchtbar bleibt! Wie lassen sich beide Ansätze, die scheinbar im krassen Gegensatz zueinander stehen, vereinbaren?

tja, obwohl es natürlich eine fülle an kommentaren zu dieser frage gibt, bin ich nicht darauf eingegangen. für´s erste, dachte ich mir, reicht es vielleicht aus die frage im raum stehen zu lassen und die gemeinde wissen zu lassen daß es auch für den beschriebenen gedanken eine alternative gibt…

Yehudit

Wednesday, November 7th, 2007

Mein Tag war lang, begann mit Judith und endet mit Yehudit. Der ersten Judith begegnete ich in Potsdam, im Rahmen des Kurses “Jewish Women Piety” von Rabbinerin Dalia Marx. Es handelt sich dort um die Figur Judith aus dem gleichnamigen Buch und es ist auch die selbe Judith nach der sich eine deutsche Musikerin  benannt hat (kleiner Tip: sie ist Heldin…) Von dort zum nächsten Kurs “From Cradle to Grave – Jewish Life Cycle Events”, von dort zur musikalischen Grundausbildung, von dort zum Liturgieunttericht, von dort zum Gesangsunterricht und von dort nach Hause, wo mich im Briefkasten eine Sendung meiner lieben Mutter gegrüßt hat mit dem neuen Album von Yehudit – genauer gesagt, Yehudit Ravitz und ich bin begeistert! Kompositionen voller Stärke und Glanz, tolle Texte – berührend, Herzwärmend und empfehlenswert. Yehudit Ravitz ist in Israel seit über 20 Jahren eine aktive, anerkannte und sehr kreative Künstlerin, die sich ohne viel selbstinszenierung und Klatsch einen Namen als einzigartige Musikerin gemacht hat.
das neue Album von Yehudit Ravitz -

Hörproben vom feinen neuen Album von Yehudit Ravitz gibt´s hier.

Mit Yehudith im Ohr ging ich dann zur ersten “Meschugge! Unkosher Jewish” Israeli Night-Party im Ackerkeller und… naja :-) da waren schon recht inspirierende Eindrücke zum mitnehmen vorhanden!

Ich sollte neue Songs schreiben…