Archive for the 'kantor' Category

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Monday, September 14th, 2009

das letzte wochenende des jüdischen jahres ist hinter mir. da momentan die gemeindearbeit so ziemlich das einzige ist was mir meine aufenthaltsgenehmigung erlaubt (führerschein, wohnung- und nebenjobsuche ausgeschlossen), befinde ich mich, je näher die hohen feiertage rücken, in einer dickflüssigen emotionalen brühe, bestehend aus der erkenntnis unserer macht als menschen, zu heilen und zu zerstören. habe gestern mit rabbinerin lisa edwards den slichot-gottesdienst geleitet – eine bewegende angelegenheit von vielen anderen bewegenden angelegenheiten, die die vorbereitungszeit für die hohen feiertage ausmachtt. ist es die kalifornische touchy-feely attitüde? ist es die jahreszeit? in der synagoge herrscht eine derartige emotionale offenheit, dass neben jedem gebetbuch eigentlich eine packung kleenex liegen sollte. naja, es hat ja was.
am freitagabend war ich von rabbinerin lisa edwards predigt – unter anderem zum jahrestag der anschläge vom 11. september – gerührt. anbei ein auszug:

The wild fires in LA, the 5th anniversary of Katrina last week, the 8th anniversary of 9/11 today, Rosh Hashanah next Shabbat…it’s easy to explain why I’ve been feeling vulnerable lately, a little on the anxious side. But nothing made me feel so vulnerable as flipping through that alumni magazine last week and finding out that Mike is dead. I feel vulnerable because he was my age and dead from cancer – but more than that – just vulnerable thinking how very much by chance, people – important people — come and go from our lives…how people can mean the world to us one year, and we can lose touch completely the next year and forever after.

And yet, even so, even out of touch, it’s worth noticing that those people can still mean a lot to us – it’s still true that they helped us become who we are, we can still care very much about them. It’s not a terrible thing, not necessarily even a sad thing, that they’re not “in” our lives anymore – we don’t have to search FACEBOOK looking for everyone we ever knew – those people can still be part of our lives, part of who we are, even though our lives and theirs have gone off in separate directions.

But sometimes it is helpful ….or just sweet … to pull some of those people back in; sometimes there is room for them still – or again – in our lives, whether in memory only or in reality . . . and not just people either.

This Shabbat – tonight and tomorrow – is the last of the seven sabbaths of consolation – the seven sabbaths that come between Tisha B’av – the saddest and lowest point on the Jewish calendar – and Rosh Hashanah – the most majestic day on the Jewish calendar…

die gesamte predigt gibt es hier zu lesen.

ich bin weiterhin begeistert und dankbar für die unterstützung und wärme, die ich von dieser gemeinde bekomme. viele gute gespräche, mit faszinierenden persönlichkeiten. ich liebe auch meinen chor, mit dem ich fleißig probe. achja. neues jahr, neues glück.

post-ordination

Friday, June 26th, 2009

ich, kantor? fertig mit studium- also zumindest im akademischem rahmen? nix mehr kolleg? keine fahrten mehr nach potsdam? was hat mich die routine in den letzten jahren (abgesehen von den letzten 10 monaten in jerusalem) begleitet und geprägt. und wenn alles so gelaufen wäre, wie es hätte laufen sollen, wäre ich jetzt wahrscheinlich bereits in los angeles. aber die amerikanischen behörden haben sich was anderes ausgedacht und mir mein arbeitsvisum erst einmal verweigert. sobald mein pass aus der botschaft wieder zurückkommt werde ich wohl erstens als tourist über den teich ziehen. in der zwischenzeit, nach all dem trubel der ordination, der ganzen aufmerksamkeit, versuche ich meine (warte)zeit möglichst konstruktiv zu gestalten. glücklicherweise kam ganz unerwartet eine webprojektanfrage, mit der ich mich momentan beschäftige. ja. es ist nicht immer einfach alleine unterwegs zu sein. wartend. war heute noch bei aviv russ in seiner sendung kol berlin. war super. echt ´ne tolle sendung, die aviv russ und manuel spallek da anbieten. ich denke, den podcast zur heutigen sendung gibt´s sehr bald hier geht´s zum podcast! viele neue melodien spielen sich ab in meinem kopf. scheint eine inspirierende zeit zu sein.

gesammelte reportagen

Thursday, June 18th, 2009

berliner morgenpost

berliner zeitung

deutsche welle

radiobeitrag:

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kol-berlin podcast

einen eigenen bericht gibt´s bald!

müde/zufrieden

Tuesday, January 27th, 2009

bin am freitag aus l.a. zurückgekommen. es waren schöne 2 wochen, wieder viele nette leute getroffen, wieder einen schönen gottesdienst gehabt und wieder mit dem gedanken gespielt nach meinem abschluss für eine weile dorthin zu ziehen. für eine weile? ich habe lust sesshaft zu werden. das aus-dem-koffer leben ist anstrengend. nun bin ich also eine woche in deutschland. gestern noch auf der einweihung der neuen synagoge in hannover. ich hatte die ehre dort einen psalm zu singen und war sehr imponiert vom gebäude und von der willenskraft des vorstands der seit 2006 dem traum nachgegangen ist, ein neues gemeindezentrum zu gründen. und heute bin ich wieder in berlin und erstmal voll und ganz auf mein stipendium angewiesen. es ist ein eigenartiges gefühl, denn in den letzten 10 jahren habe ich stets einkommen von eigener arbeit gehabt. vielleicht ändert es sich ja bald. vielleicht ist es aber auch gut sich mal voll und ganz auf mein studium konzentrieren zu können? ja, vielleicht, denn ich war schon lange nicht mehr so erfüllt, dankbar und zufrieden von dem was ich mache.

Gershon Ephrat Konzert

Thursday, December 4th, 2008

hier noch die offizielle info zum konzert, welches naechste woche stattfindet:

The Hebrew Union College Concerts
Sponsored by the Justin Wyner Music Outreach Fund Thursday, December 11, 2008, 8:00 PM

This concert presents an interesting selection of his work, and the audience will have the opportunity to listen to the beautiful voices of the HUC and JTS Cantorial Students.
Admission free
Music by Composer and Cantor Gershon Ephros
The HUC Cantorial Students

The JTS Cantorial Students

Monica Fallon – piano
Cantor, musicologist, teacher and anthologist Gershon Ephros, whose name today is unfamiliar to many musicians, has left us treasures of religious and secular, vocal and instrumental, serious and light-hearted music. His compositions are dated between 1925 and 1977, with the bulk having been written in the latter part of Ephros’s life when he had more time to give to composing. His best known achievement is the massive six-volume Cantorial Anthology, which pulls together Cantorial music from the Middle Ages to the 20th century.

musik

Monday, December 1st, 2008

ich bin ganz froh meine selbst erstellte deadline eingehalten zu haben. 11 song, die im laufe des jahres entstanden sind, sind jetzt fertig und ich muss sie jetzt “nur” noch abmischen. das cover-design der neuen cd macht freundlicherweise der aeusserst begabte marko und die von sandra kuehnapfel erstellten fotos werden endlich auch zur geltung kommen. fuer mich persoenlich ist das alles sehr erfreulich und aufregend. da ich einen neuen rechner brauche, verzoegert sich alles ein wenig, aber es dennoch ziemlich cool ploetzlich eine ansammlung von songs vor sich zu haben und zu wissen dass der inhalt fuer ein neues album schonmal da ist.

studiumsmaessig wird auch ziemlich viel gesungen. diese woche gibt’s ein konzert mit dem chor des hebrew union colleges, naechste woche gibt’s einen gesangabend zu ehren von gerschon efrat und zum ende des monats gestalte ich zusammen mit lauren den gottesdienst. ich verbringe sehr viel zeit vor dem klavier und singe, es ist sehr intensiv, macht jedoch viel spass. auch meine erste chorleitung ist gut gelaufen. manchmal muss ich mich anhalten, tief luft holen und mir klarmachen welch tolle gelegenheiten ich hier bekomme. ich  bin sehr dankbar. einsamkeit zum trotz.

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Monday, November 24th, 2008

“Deutschland – Land der Ideen 2009″
zeichnet jüdische Kantorenausbildung in Potsdam aus

Die Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen” unter Schirmherrschaft
von Bundespräsident Horst Köhler hat das Jewish Institute of Cantorial Arts
(JICA) zu einem von 365 Orten im Land der Ideen 2009 gewählt. Im Rahmen der
bundesweiten Veranstaltungsreihe werden Projekte ausgezeichnet, die als
herausragende Beispiele für Kreativität und Innovationskraft Deutschland
zukunftsfähig machen. Das Jewish Institute of Cantorial Arts ist das
Ausbildungsprogramm für Kantoren und Religionslehrer am Abraham Geiger
Kolleg an der Universität Potsdam.

Aus mehr als 2.000 eingereichten Bewerbungen von Unternehmen,
Forschungsinstituten, Kunst- und Kultureinrichtungen, sozialen Projekten und
Initiativen hat die 18köpfige Jury unter dem Vorsitz von Prof. Martin Roth,
Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, und Prof. Michael
Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, am 20.
November die Sieger in sieben Kategorien ausgewählt.

Vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2009 wird sich an jedem Tag ein Sieger
des Wettbewerbs mit einer Veranstaltung der Öffentlichkeit vorstellen. Das
Jewish Institute of Cantorial Arts wird hierzu am 11. Oktober 2009 in
Potsdam ein Konzert mit Synagogalmusik veranstalten. Die Initiative
„Deutschland – Land der Ideen” ist die gemeinsame Standortinitiative der
Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft, vertreten durch den
Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).

Das 1999 gegründete Abraham Geiger Kolleg an der Universität Potsdam ist
derzeit Deutschlands einziges Rabbinerseminar. Es wird gefördert durch den
Zentralrat der Juden in Deutschland, die Bundesrepublik Deutschland, das
Land Brandenburg und die Leo Baeck Foundation. Die 2008 eingerichtete
Kantorenausbildung am JICA richtet sich an den besonderen Bedürfnissen der
jüdischen Gemeinden in Mittel- und Osteuropa aus. Das Institut vermittelt
ein breites Spektrum an praktischen, theoretischen, pädagogischen und
musischen Fähigkeiten, die für eine erfolgreiche Tätigkeit als Kantor /
Kantorin wesentlich sind. Das JICA ist das erste Institut zur Ausbildung
jüdischer Kantoren im deutschsprachigen Raum nach dem Holocaust und arbeitet
eng mit der School of Sacred Music am Hebrew Union College in Jerusalem
zusammen. Augenblicklich ist es finanziell nicht gesichert, weil
Ländermittel fehlen.

www.sacredmusic.eu
www.abraham-geiger-kolleg.de

 

(Abschluss)arbeit

Monday, November 10th, 2008

Also, ich werde hier mit Hausaufgaben zugeschuettet. Es ist ok. Chorleitung, Blattsingen, Nussach, Repertoire, Stimmuebungen, Israelische Musikgeschichte, Bibelgrammatik und juedische Musikgeschichte. Gegen Ende letzter Woche war ich mit meinem zukuenftigen Betreuer im Gebaeude der nationalen Bibliothek (meine Architektenvergangenheit geriet ins Schwaermen!) und ich bekam eine Fuehrung durch die Musikabteilung. Es sieht so aus, als haette ich ein Thema – die Entwicklung des Freitagabendgottesdienstes in Deutschland beginnend im 17. Jahrhundert bis zum 19. Vielleicht aendere ich noch meine Meinung, aber vorerst scheint mir das Thema als am besten eingrenzbar. Gerne haette ich auch ueber die Wiederbelebungsversuche deutsch-juedischer Liturgie in Gemeinden ausserhalb Deutschlands geschrieben, doch leider fand sich kein Sponsor und meine gesammelten Meilen sind beschraenkt.

Ich lass mir das Thema auf jeden Fall noch durch den Kopf gehen und werde es Ende dieser Woche genauer wissen.
Apropo Ende der Woche – Gleich 2 Veranstaltungen finden diese Woche statt, in der die Kantorstudenten am HUC etwas beitragen. Zunaechst findet am Mittwoch eine Abschiedsfeier fuer Eliyahu Schleifer, und am Freitag findet die Ordination der israelischen Rabbinerstudenten statt. Und wir Kantorstudenten werden Euch was vorsingen :-) Vielleicht gibt’s auch eine Aufnahme.

Mein Laptop lebt wieder, ich hoffe demnaechst ein paar neue Fotos hochzuladen. Vielleicht auch einen neuen Song.

Was so passiert…

Tuesday, September 23rd, 2008

In der neuen Geo Kompakt Ausgabe gibt´s übrigens einen kleinen Artikel über mich-nur so als Hinweis :-)

So viel ist passiert seit meiner Ankunft in Jerusalem, so viele Fotos gemacht, so vie gesehen, erlebt und getan und dennoch habe ich keine ruhige Minute gefunden darüber zu berichten. Vielleicht bedurfte es einen zweiten Besuch in L.A. und ein bisschen Jetlegfeeling um diese ruhige Minute zu finden. Jetzt bin ich also in L.A. frisch gejetleggt und noch nicht ganz im klaren wie ich den Tag starten soll.

Das Hebrew Union College Team bemüht sich sehr um ein angenehmes Jahr in Jerusalem für seine Studenten. Wir waren auf einen 3 Tage Ausflug im Norden Israels auf den Spuren des “neuen Juden”, so wie er zur Zeit der zweiten Aliya propagiert wurde. Wir trafen Menschen aus Kiryat Shmona und aus Katzrin, besuchten Tel Dan, Tel Chai, See genezareth und Metula.

Davor waren wir auf einen Kantorenkonzert im Turm Davids  zu Ehren von Yossele Rosenblatt, im Turm Davids (und ja, ich habe wohl noch eine Menge zu lernen…).

Jetzt heißt es aber erstmal proben für die hohen Feiertage. Und wer gerade zufällig in Jerusalem ist, dem sei der Besuch mindestens eines Gottesdienstes am HUC sehr empfohlen!

Jerusalem

Wednesday, September 10th, 2008

Jetzt bin ich schon etwas weniger als eine Woche hier und die Eindrücke sind zahlreich. Das Essen, das Wetter, die Stadt, die Menschen, die Musik- in bedeutungsloser Reihenfolge- alles hinterlässt einen Eindruck und ist erstmal sehr interessant. hmm. Die Uni: ich bin der einzig männliche Kantorstudent unter 10 ehrgeizigen Kantorstudentinnen aus den USA. Allesamt Goldkehlchen. An so manchen Kursenstunden, an denen ich bereits teilgenommen habe war ich immens beeindruckt von den vokalen Fähigkeiten meiner Kolleginnen, und gleichzeitig auch überrascht über das geringe Wissen, was Judentum und Liturgie angeht. Immerhin habe ich dann was zum ausgleichen, wenn mich die minderwertigkeitskomplexe packen :-)

Ja, und Jerusalem ist heiß und schön und dank eines zweiten Kollegs-Repräsentanten (danke Jörg) konnte ich auch hier und da, einige neue Ecken der Stadt entdecken.

Im Stundenplan stehen Kurse wie “2nd Temple history”, “Reform Jews reading Sources”, “Liturgy”, “History of Jewish Music”, “Music Theory & Sight singing”, “Cantorial workshops” und privatstunden mit Dirigenten, Sängern und Musikern.

Ich bin zufrieden.