Archive for the 'Empfehlung' Category

frühling für brüno

Thursday, July 9th, 2009

tja, immer noch auf der warteschleife versuche ich berlin in diesen an sommer erinnernden tagen zu geniessen. es gibt ja weitaus schlechtere plätze, in denen man auf den abflug nach l.a. warten kann. am montag war ich auf der – soweit ich das richtig verstanden habe  – vorpremiere von sacha baron cohens neuen wurf  “brüno”. und ich dachte alle tabus seien schon gebrochen. was ich vom film halten soll, weiß ich noch nicht so genau, auf jeden fall ziehe ich vor cohen den hut ab, dafür, dass er die grenzen des geschmacklosen noch ein bisschen weiter ausdehnt, um den zuschauer, nach dem gekicher und gelächter ein bisschen zum nachdenken zu stimulieren. ja, ich denke, hinter all den vulgären, absurden situationen, wird hinterfragung gefordert. ist das nicht ziel jeder provokation?

und von diesem “greatest austrian superstar since hitler” – tabubruch direkt zum nächsten. die in weißen kreisen eingehüllten brezel auf rotem hintergrund, wie sie von der hausfassade des admiralspalasts hängen haben schon seit einer weile meine aufmerksamkeit gezogen. erneut, eine recht provozierende marketinkampagne für das musical “the producers“, den ich mir heute angeguckt habe. hat mir gut gefallen, wenn mir auch in manchen szenen die spucke weggeblieben ist, was auch beim publikum bemerkbar wurde. als die überschwule derbe variante vom adolf hitler alleine auf die bühne stand, insbesondere in einem gebäude, in dem zur zeit des nationalsozialismus eine “füherloge” eingebaut wurde, wusste niemand so recht, wie die figur jetzt begrüsst werden soll. auf jeden fall lohnt sich ein besuch des stücks! geistreich, böse, unterhaltsam.

gestern, im frannz klub

Thursday, July 2nd, 2009

auf der warteschleife zu sein, zumindest in berlin, kann auch seine vorteile haben. während meiner spaziergänge in der stadt erlangte eine loney dear-konzertankündigung plus “special-guest” meine aufmerksamkeit. von den ca. 15 freunden, die ich begeistert versucht habe zu überzeugen, mit mir aufs konzert zu gehen, kam nur einer, aber wir hatten trotzdem immens spaß. loney dear habe ich ausgerechnet in jerusalem entdeckt, zunächst auf einem urban-outfitters-sampler, dann auf einem geschenkten mix-tape eines freundes. tolle stimme, tolle arrangements, wunderschöne melodien. am besten gefällt mir die aussage des spin-magazins: “”Despair has never sounded so sweet.” weitere pressestimmen und information gibt´s auf loney dear´s seite. und nicht unerwähnt sollte auch der special-guest: maia hirasawa. songs zum dahinseufzen.

Unabhängig

Friday, May 1st, 2009

Am 61. Unabhängigkeitstag war ich mir meinen amerikanischen Freunden auf den Strassen von Jerusalem unterwegs. Es war lustig, auch wenn die Stimmung a bissl lau war. In der Uganda-Bar (wie ironisch, am israelischen Unabhängigkeitstag die Zeit in einer Bar Namens Uganda zu verbringen!) tanzten wir zur nostalgischen 80/90er Musik. Die von mir empfundene laue Stimmung mag vielleicht an meinen etwas müden Zustand liegen (zu viel vor-dem-Rechner-sitzen-und-Abschlussarbeit-schreiben-statt-zu-singen). Immerhin habe ich jetzt um die 80 Seiten Abschlussarbeit vor mir. Ich muss jetzt nur noch die Grammatik überprüfen, die Fußnoten checken und die Bibliographie aktualisieren. Yippie. Das Jahr in Israel neigt sich dem Ende zu. Im großen und gaznen war und ist es eine fantastische Erfahrung. Nächste Woche gibt die Kantorenklasse ein Konzert. Hier der offizielle Einladungstext:

The Annual Concert of Israeli Art Music
Thursday May 7th. 2009, 08:00 pm
The HUC Cantorial Students and pianist Monica Fallon
Works by Sasha Argov, Moshe Willensky, Nachum Nardi, Paul Ben-Haim, Yechezkel Braun and others
Admission free

Wer also in der Gegend ist – vorbeikommen, es lohnt sich!

Ansonsten wurde Emily Karpels Album zum Unabhängigkeitstag für das beste israelische Album des Jahres nominiert – find ich cool! Ich durfte Emily für eine Hausarbeit im letzten Semester interviewen  und hoffe das Interview bald hochladen zu können. Neue Musik von mir gibt´s auch hoffentlich sehr bald zu hören. Ein schönes Wochenende allerseits!

essen, beten, lieben

Tuesday, November 25th, 2008

mir geht’s gut. von den oben erwaehnten taetigkeiten uebe ich hauptsaechlich das essen aus. beten tu ich natuerlich auch ganz viel und lieben versuche ich vor allem mich selber (und dann die anderen). naja, grund fuer die headline ist das aehnlich betitelte buch “eat pray love“, welches mir in einsamen stunden eine recht gute gesellschaft leistet. Es ist extrem simpel geschrieben, fast wie zufaellig gefundenes tagebuch, und dennoch laesst es mich in manchen momenten laecheln und voller wiedererkennung weiterblaettern. aehnlich wie die heldin des buches, fuehle ich mich auch auf einer reise, etwas heimatslos, vom koffer lebend, menschen und orte vermissend und viel zeit mit mir selbst verbringend. fuer alle, die sich mal auf einer langen reise begeben haben, eine starke veraenderung in ihrem leben durchgegangen sind, oder sich einfach mal gefragt haben wo die verbindung zwischen gedanken, emotionen, fleiss und genuss hergestellt wird, ist dieses sehr kurzweilige buch sehr zu empfehlen!

Was so passiert…

Tuesday, September 23rd, 2008

In der neuen Geo Kompakt Ausgabe gibt´s übrigens einen kleinen Artikel über mich-nur so als Hinweis :-)

So viel ist passiert seit meiner Ankunft in Jerusalem, so viele Fotos gemacht, so vie gesehen, erlebt und getan und dennoch habe ich keine ruhige Minute gefunden darüber zu berichten. Vielleicht bedurfte es einen zweiten Besuch in L.A. und ein bisschen Jetlegfeeling um diese ruhige Minute zu finden. Jetzt bin ich also in L.A. frisch gejetleggt und noch nicht ganz im klaren wie ich den Tag starten soll.

Das Hebrew Union College Team bemüht sich sehr um ein angenehmes Jahr in Jerusalem für seine Studenten. Wir waren auf einen 3 Tage Ausflug im Norden Israels auf den Spuren des “neuen Juden”, so wie er zur Zeit der zweiten Aliya propagiert wurde. Wir trafen Menschen aus Kiryat Shmona und aus Katzrin, besuchten Tel Dan, Tel Chai, See genezareth und Metula.

Davor waren wir auf einen Kantorenkonzert im Turm Davids  zu Ehren von Yossele Rosenblatt, im Turm Davids (und ja, ich habe wohl noch eine Menge zu lernen…).

Jetzt heißt es aber erstmal proben für die hohen Feiertage. Und wer gerade zufällig in Jerusalem ist, dem sei der Besuch mindestens eines Gottesdienstes am HUC sehr empfohlen!

L.A. Tag 4

Friday, August 15th, 2008

für ein Schnäppchenpreis von nur 10,000 USD Clubmitglied werden!

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Hinter einer unscheinbaren Mauer eines unscheinbaren Hausfassade im Disneyland befindet sich der Club33. Läppische 10,000 $ Mitgliedsgebühr und eine Warteliste von 7 Jahren. Ein Pluspunkt für das ziemlich genial inszenierte Mysterium der Location, auch wenn das Essen nicht wirklich interessant war.

Heute noch Gast im Gottedienst, nächste Woche darf ich dann antreten… Schabbat Schalom allerseits!

GlobalGiving

Monday, July 21st, 2008

über den fantastischen blog von juval (nein, nicht ich- der andere ;-) ) bin ich auf die GlobalGiving-seite gestossen und machte dort gebrauch von meiner abendlichen geberlaune. eine wirklich gute seite für einen wirklch guten zweck. wenn euch mal also auch die geberlaune packt, dann nichts wie hin.

 

 

Unionstagung

Friday, July 18th, 2008

jetzt ist es schon eine woche her, seitdem die letzte unionstagung der progressiven juden in deutschland stattgefunden hat. ich bin noch gar nicht dazu gekommen mir fotos anzugucken, geschweige denn fotos hochzuladen… aber einen kleinen eindruck möchte ich hier doch loswerden. wir geiger-studenten waren ja für den gottesdienst zuständig. unter den deckbegriff “ort” wurde der gottesdienst in abschnitte aufgeteilt und einem oder mehreren studenten zur ausführung gegeben. die jeweiligen leitungen der abschnitte waren positiv unterschiedlich und sehr kreativ. ich glaube auch, daß es der gemeinde gefallen hat und freue mich sehr drüber. es hat spaß gemacht an der gestaltung des gottesdienstes mit zu wirken und neue und alte gesichter auf der tagung anzutreffen. ich freue mich aufs nächste jahr. anbei meine einleitung, die kritischerweise auch als drascha interpretiert wurde zum schma-gebet:

Im folgenden Gebetsabschnitt begegnen wir “Ort” in vielschichtigen Varianten.

Wir finde hier die Welt als Ort: unsere externe, materielle Welt, in der Licht und Dunkelheit sich in scheinbar vorprogrammiertem, regelmäßigen Abstand abwechseln und die interne, abstrakte, spirituelle Welt – eine Welt voller Emotionen, Herausforderungen und dem Wunsch nach einem
einheitlichen, einzigen Herzen, der nicht geteilt und zerstritten, sondern heil und mit voller Kraft einer Aufgabe gewidmet ist.

Das Land Israel taucht auf als Ort, der dem Volk Israel geschenkt wurde und auf dem sich Lohn und Strafe auswirken.

Beim Gedenken der Hilfe, die Gott für frühere Generationen war erinnern wir uns an A?gypten, das Schilfmeer, die Wüste – Orte in denen das Volk Israel in der Vergangenheit erlo?st wurde und wofür wir uns im hier und jetzt bedanken. An das Gedenken an einer vergangenen Erlösung an unterschiedlichen Orten schließt sich die Amida an, mit den Wunsch nach einer jetzigen Erlösung.

Und dann gibt es noch die Variante, die sich über jeglichen Raum und Zeitversta?ndnis stellt.
Unser Glaubensbekenntnis “Schma Israel” und der darauf folgende Abschnitt stellen sich jedoch über jegliches Zeit- und Raumverständniss.

Ja, bei Beschreibung des Gebots zum Lesen des Schma-Gebets erhalten wir relativ ausfu?hrliche Instruktionen über Ort und Zeit: Während des Schlafens und während des Aufstehens, Zu Hause und beim Beschreiten des Weges.

Doch was ist das für ein Weg den wir beschreiten? Ist es etwa der Weg zum Glauben? Ist es die Wirklichkeit auf dem Weg, sei es die historische, natürliche oder gedankliche- die den Menschen zur Schlußfolgerung verleiten soll, zu glauben?

Unser Glaubensbekenntnis signalisiert dazu ein klares „nein“!

Die Entscheidung zu glauben ist weder Ort, noch Zeitgebunden.

Sie basiert nicht auf einer individuellen Analyse von Informationen und Gegebenheiten, sondern ist viel mehr ein bewußter Eingriff im eigenen Wertesystem und die Aufnahme einer Pflicht.

Es gibt somit keinen konkreten „Weg“ zum Glauben. Gäbe es tatsa?chlich einen Weg zum
Glauben – ein Weg basierend auf Erfahrungen im Raum und Zeit – so wu?rde das Glaubensbekenntnis seine Wertigkeit verlieren und wäre dann hypothetisch- nicht kategorisch.

Somit ist das Glauben vielleicht die höchste Ausdrucksform einer freien Entscheidung, denn der Mensch kann glauben und er kann es sein lassen und keine Methodik kann seine Entscheidung lenken.

Nicht desto trotz habe ich bei Beschreibung dieser Variante nur den ersten Abschnitt vom Schma einbezogen. Der aufmerksame Beter wird gemerkt haben, daß sich beim zweiten Abschnitt des Schmagebets sehr wohl ein hypothetisches Glaubenbekenntnis als Option angeboten wird. Warum sollte man Gottes Gebote verfolgen? Damit das Land weiterhin fruchtbar bleibt! Wie lassen sich beide Ansätze, die scheinbar im krassen Gegensatz zueinander stehen, vereinbaren?

tja, obwohl es natürlich eine fülle an kommentaren zu dieser frage gibt, bin ich nicht darauf eingegangen. für´s erste, dachte ich mir, reicht es vielleicht aus die frage im raum stehen zu lassen und die gemeinde wissen zu lassen daß es auch für den beschriebenen gedanken eine alternative gibt…

Semesterbeginn/Updates

Thursday, April 10th, 2008

Mensch, waren das schöne Semesterferien. Nun sind sie schon rum, der Monsterstundenplan (“Kontrapunkt”, “Das Wohltemperierte Clavier”, “Jüd Eherecht” usw.) ist da und die Bahn und die Busse von/aus Potsdam/Golm haben mich wieder. Yippie. Es wurde ein bisschen still hier, aber das lag nur daran daß ich ach-so-beschäftigt war. Purim in Erfurt, Gottesdienste in Hannover, Fertigstellung der miles-and-more-momente.com Seite und dann meine Band,die ich so gern habe :-)

Musikalisch stehen jetzt zwar keine Konzerte an, aber es entstehen neue Songs und es ist schön, daß immer noch neue Melodien kommen. Damit es auch was für´s Auge gibt, planen wir neue Fotos für das neue Album, welches hoffentlich bis zum Ende des Jahres erscheinen wird. Auf der visuellen Seite hilft uns Sandra Kühnapfel. Wir sind gerade dabei Ideen auszutauschen und es ist eine spannender Prozess.

Ein wenig Freizeit hatte ich auch. Ohne eine Empfehlung [danke G. :-) ], wäre mir “Schnat Effes” wahrscheinlich entgangen, und somit auch ein wirklich schöner Nachmittag im Eiszeit Kino in Berlin Kreuzberg. Sarah Adler, für mich eine Neuentdeckung, ist jetz auf der Liste meiner Lieblings- israelischen Schauspielerinnen (neben Keren Mor).

Ein paar Tage später folgte dann der isrealische Film “Jellyfish” – zu meiner Freude wieder mit Sarah Adler. Auch sehr sehenswert. Interessanterweise beschäftigen sich beide Filme mit ähnlicher Thematik. Irgendwie die soziale Erkältung der israelischen Gesellschaft. Figuren und Bilder, die mir nicht unbekannt waren und von manchen lieber ungesehen werden wollen. Beide Filme unbedingt angucken!

Und ich versuche jetzt (mal wieder) abzunehmen. Eigentlich versuche ich es schon seit ca. 29 Jahren, aber es klappt halt nicht immer.

Das war´s dann eigentlich erstmal so an Updates in Kürze. Ich denke dies wird der letzte Beitrag von mir sein, an dem ich mich noch halbwegs an die Groß- und Kleinschreibung halten werde.

Hier noch eine bearbeitete Version von “hot”. Mein wohl poppigster Song bis jetzt… muß aber auch mal raus, gell!


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Verantstaltungshinweis

Thursday, January 10th, 2008

Folgende Meldung lag heute in meinem Postfach und klingt vielversprechend!

16. Januar, Mittwoch, 20.00 Uhr

Literaturhaus Berlin

Fasanenstraße 24
Großer Saal

Der renommierte Musikwissenschaftler Albrecht Dümling, der sich seit vielen Jahren insbesondere mit „musica reanimata“ der Erinnerung an von den Nationalsozialisten verfolgte Musiker widmet, stellt zusammen mit Winfried Radeke (Komponist und multitalentierter Gründer der Neuköllner Oper) Chemjo Vinaver vor; dabei werden nicht nur seltene Schellackplattenaufnahmen mit dem Chor der Berliner Neuen Synagoge erklingen, sondern Mimi Sheffer, die als Kantorin wie als Opernsängerin ihre Zuhörer bannt, wird einige Gesänge aus Vinavers Anthologie vortragen; Jutta Rosenkranz (Kuratorin der Ausstellung) zeichnet Spuren der Beziehung von Mascha Kaléko und Chemjo Vinaver nach.

Chemjo Vinaver

Nur wenige Wochen vor den November-Pogromen 1938 war Mascha Kaléko mit ihrem zweiten Ehemann Chemjo Vinaver (1895-1973) und dem gemeinsamen Sohn die Ausreise nach den USA geglückt. Kaum in New York angekommen, gründete der Komponist und Musikethnologe Vinaver mit 30 deutschen und österreichischen Refugees sowie mit amerikanischen Sängern den „Vinaver-Chor“ – den ersten professionellen a capella-Chor in den USA, der sich jüdischer Musik widmete. Bereits 1933 hatte Vinaver, der einer angesehenen Rabbinerfamilie entstammte und in Warschau geboren wurde, mit 30 von deutschen Opernbühnen entlassenen jüdischen Sängern einen Chor in Berlin zusammengestellt und trotz zunehmender Repressionen erfolgreich auch auf Tourneen durch Europa und Palästina geleitet. Gar nicht zu überschätzen ist die Bedeutung von Vinavers Anthologie chassidischer Musik, deren erster Teil 1955 erschien und Arnold Schönbergs letzte Komposition enthält. Obwohl Mascha Kaléko zeitweise unter dieser Beanspruchung litt, unterstützte sie Vinaver als Managerin und Dolmetscherin seines amerikanischen Chores und setzte sich nachdrücklich für das von ihr hoch geachtete Wirken ihres Mannes ein. 1959 übersiedelten sie gemeinsam nach Israel, wo Vinaver für den zweiten Teil seiner Anthologie recherchierte, der erst 1986 aus dem Nachlaß herausgegeben werden konnte; ein Archiv an der Universität Jerusalem trägt heute Vinavers Namen.

Zusammen mit der Jüdischen Volkshochschule Berlin.