Archive for July, 2009

climbing up that hill

Monday, July 27th, 2009

we don´t do this here wurde mir heute erklärt. dabei bin ich lediglich um die 15 minuten einen berg hochgelaufen, statt ein auto zu benutzen. noch habe ich kein auto und die busse bringen mich momentan fast überall hin. mein outing als fussgänger wurde auf der heutigen geburtstagsparty in sherman oaks (riesenvilla, pool und atemberaubender blick aufs tal) mit gemischten gefühlen aufgenommen. hmm. kulturclash nr. 1. hier werden die riesenküchen auch seltenst benutzt – warum auch, wenn es doch in fast jedem supermarkt riesenbüffets mit allemöglichen kalten und warmen gerichten zu kauf anregen. auch die gärten werden gemacht, auch die betten, auch das ende der toilettenpapierrolle wird fein zum dreieck vom dienstmädchen gefaltet. hier herrscht dienstleistung pur und alles was geld kaufen kann, wird gekauft.
bin seit ein paart tagen besitzer eines iphones. das gerät mit seinem eingebauten navigatioinssystem hilft mir enorm beim mich zurechtfinden in dieser großen stadt. noch keine bilder, noch keine videos, noch keine soundproben – nur erste schriftliche eindrücke und empfindungen, die mich seit meiner landung vor 8 tagen begleiten. ist noch genau die laute autofixierte, konsumorientierte stadt, wie ich sie im januar fand.
mein erster gottesdienst verlief gut. ich glaube, die gitarre und ich haben es gut durchstanden. und dennoch ist es ein eigenartiges gefühl. als ich am freitag-abend vor der gemeinde stand, die allesamt extrem warmherzig und wilkomend zu mir war, konnte ich es noch nicht ganz begreifen, dass dies nun meine heimat für die nächsten monate/jahre sein soll. alles neu. viel arbeit. chorprobe, treffen mit dem gemeindeteam, vorbereiten der gottesdienste. und hier und dort auch ein paar meet+greet parties in extrem prunkvollen villen, die extrem verschwenderisch und luxuriös eingerichtet sind. ich wollte nie ein haus, oder ein auto besitzen und hier ist es das ideal. muss mich noch ein bisschen im amerikanischem traum zurechtfinden. in 1.5 wochen besuche ich atlanta. wird bestimmt lustig. aber sonst geht´s mir gut.

frühling für brüno

Thursday, July 9th, 2009

tja, immer noch auf der warteschleife versuche ich berlin in diesen an sommer erinnernden tagen zu geniessen. es gibt ja weitaus schlechtere plätze, in denen man auf den abflug nach l.a. warten kann. am montag war ich auf der – soweit ich das richtig verstanden habe  – vorpremiere von sacha baron cohens neuen wurf  “brüno”. und ich dachte alle tabus seien schon gebrochen. was ich vom film halten soll, weiß ich noch nicht so genau, auf jeden fall ziehe ich vor cohen den hut ab, dafür, dass er die grenzen des geschmacklosen noch ein bisschen weiter ausdehnt, um den zuschauer, nach dem gekicher und gelächter ein bisschen zum nachdenken zu stimulieren. ja, ich denke, hinter all den vulgären, absurden situationen, wird hinterfragung gefordert. ist das nicht ziel jeder provokation?

und von diesem “greatest austrian superstar since hitler” – tabubruch direkt zum nächsten. die in weißen kreisen eingehüllten brezel auf rotem hintergrund, wie sie von der hausfassade des admiralspalasts hängen haben schon seit einer weile meine aufmerksamkeit gezogen. erneut, eine recht provozierende marketinkampagne für das musical “the producers“, den ich mir heute angeguckt habe. hat mir gut gefallen, wenn mir auch in manchen szenen die spucke weggeblieben ist, was auch beim publikum bemerkbar wurde. als die überschwule derbe variante vom adolf hitler alleine auf die bühne stand, insbesondere in einem gebäude, in dem zur zeit des nationalsozialismus eine “füherloge” eingebaut wurde, wusste niemand so recht, wie die figur jetzt begrüsst werden soll. auf jeden fall lohnt sich ein besuch des stücks! geistreich, böse, unterhaltsam.

gestern, im frannz klub

Thursday, July 2nd, 2009

auf der warteschleife zu sein, zumindest in berlin, kann auch seine vorteile haben. während meiner spaziergänge in der stadt erlangte eine loney dear-konzertankündigung plus “special-guest” meine aufmerksamkeit. von den ca. 15 freunden, die ich begeistert versucht habe zu überzeugen, mit mir aufs konzert zu gehen, kam nur einer, aber wir hatten trotzdem immens spaß. loney dear habe ich ausgerechnet in jerusalem entdeckt, zunächst auf einem urban-outfitters-sampler, dann auf einem geschenkten mix-tape eines freundes. tolle stimme, tolle arrangements, wunderschöne melodien. am besten gefällt mir die aussage des spin-magazins: “”Despair has never sounded so sweet.” weitere pressestimmen und information gibt´s auf loney dear´s seite. und nicht unerwähnt sollte auch der special-guest: maia hirasawa. songs zum dahinseufzen.